Auf den Spuren der Neuwieder Stadtgeschichte
Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchte die Klasse 8b das Roentgen-Museum Neuwied. Ausgangspunkt der Exkursion war das Raiffeisendenkmal auf dem Raiffeisenplatz, das an den Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen erinnert. Raiffeisen wirkte im 19. Jahrhundert als Bürgermeister in Heddesdorf. Angesichts der Armut vieler Menschen entwickelte er das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ und gründete Genossenschaften, um die größte Not zu lindern. Sein Engagement zeigt, wie Bürger Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen können – ein wichtiger Grundgedanke demokratischen Handelns.
Im Museum lernten die Schülerinnen und Schüler bei einer interessanten Führung die Bedeutung der Familie Abraham Roentgen und David Roentgen für die Stadtgeschichte kennen. Die berühmten „Neuwieder Möbel“ wurden im 18. Jahrhundert an europäische Fürstenhöfe geliefert und machten Neuwied international bekannt. Die kunstvollen und mit technischen Finessen ausgestatteten Möbelstücke und Kinzing-Uhren verdeutlichen den wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg der Stadt.
Eng mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt sind auch die Freiheitsrechte Neuwieds verbunden. Bereits bei der Stadtgründung 1653 gewährten die Grafen zu Wied ihren Bürgern Religionsfreiheit und weitere Privilegien. Dadurch konnten Menschen verschiedener Konfessionen friedlich zusammenleben und arbeiten. Diese frühe Form von Toleranz gilt als wichtiger Schritt hin zu modernen demokratischen Grundrechten wie Glaubens- und Meinungsfreiheit.
Text/Fotos: Svenja Kupper






